Das große Krabbeln

Original

A Bugs Life

Studio

Pixar/Walt Disney Pictures (1998)

Verleih

Walt Disney Home Video (1999)

Laufzeit

ca. 91 min. (FSK frei)

Regie

John Lasseter

Stimmen

Dave Foley, Phyllis Diller, Kevin Spacey u.a.

DVD-Typ

DVD - 9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1
3. Spanisch, Dolby Digital 5.1
4. Norwegisch, Dolby Digital 2.0
5. Dänisch, Dolby Digital 2.0

Untertitel

1. Englisch, 2. Deutsch, 3. Spanisch

Regionalcode

2

Verpackung

Grünes Amaray-Case

Preis

ca. 25 EURO
Film  

Pixars Variante des computeranimierten Insektenfilms zeigt sich weitaus familienkompatibler als das ungefähr zeitgleich veröffentlichte Pendant "Antz" aus dem Hause Dreamworks. Bei "Das große Krabbeln" dreht sich alles um die kleine Ameise Flik, die aus dem Stamm in die große Stadt loszieht, um dort Hilfe gegen die Grashüpfer und ihren fiesen Anführer Hopper zu suchen, der die Ameisen ständig dazu zwingt, für die Grashüpfer Futter zu sammeln. Flik kehrt jedoch nicht mit den erwarteten Kämpfern zurück, sondern nur mit einem Haufen abgedrehter Zirkuskäfer. Doch auch in denen stecken unentdeckte Talente, die beim Kampf gegen die Grashüpfer durchaus von Hilfe sind...

"Das große Krabbeln" ist zwar ein technisches Meisterwerk, doch leider noch weitaus stärker als viele andere Disney-Abenteuer vorwiegend ein Film für Kinder. Die Story ist recht banal und für Erwachsene ohne atemberaubende Überraschungen. Um so mehr können sich "die lieben Kleinen" an den knuddeligen Figuren erfreuen, die mit viel Tempo durchs Bild rasen und irgendwelche komischen Sachen anstellen. Die Animationen sind dafür so flüssig und detailliert, wie seinerzeit bei keinem anderen Trickfilm in Spielfilmlänge und selbst "Toy Story" hat Pixar mit "Das große Krabbeln" noch einmal übertroffen.


 

Bild  

"Das große Krabbeln" ist der erste animierte Trickfilm, der nicht nur komplett im Computer erstellt, sondern auch ohne Umweg über eine Zelluloid-Filmvorlage direkt aus dem Schnittcomputer auf DVD transferiert wurde. Dem Konkurrenzfilm aus dem Hause Dreamworks, "Antz!", sieht man dies nämlich immer noch an, da er nicht ganz frei von Dropouts ist. Pixar hat für die Code 2-DVD sogar ein eigenes 16:9-Master in PAL erstellt.

Soviel zur Theorie, doch wie sieht sie denn nun eigentlich aus, die DVD? "Das grosse Krabbeln" ist nicht mehr oder weniger das Limit dessen, was man auf DVD erreichen kann. Das Bild ist wirklich ohne jeglichen Makel. Es gibt kein Rauschen, keine Dropouts oder Kompressionsartefakte, die einen von der Betrachtung dieses schön plastischen und prächtig-bunten Bildes ablenken können. Während man selbst bei sehr guten Spielfilm-DVDs aus der Nähe oft noch die Merkmale der MPEG 2-Kompression im Bild entdecken kann, die aber aus normaler Betrachtungsdistanz schon gar nicht mehr ins Gewicht fallen, kann man bei "Das große Krabbeln" wirklich die Lupe heranziehen und dennoch in den meisten Szenen keine Fehler entdecken. Lediglich bei einigen dunklen Aufnahmen fällt eine leichte Unschärfe auf. Das kritische Auge wird auch bei Bewegungen in minimalem Maße leichte Treppenmuster (Aliasing-Effekte) an den Kanten von bewegten Objekten sehen. Diese sind aber so schwach, dass sie wirklich nur bei ganz genauem Hinsehen auffallen. Mit diesem lupenreinen und knackscharfen Bild hat man endlich eine DVD zur Hand, die wirklich die technischen Möglichkeiten der DVD vollkommen ausreizt. Eine bessere DVD wird man so schnell nicht zu Gesicht bekommen.

Soviel des Lobes. Gleichzeitig können wir es aber überhaupt nicht verstehen, weswegen Buena Vista bei der für Deutschland bestimmten DVD darauf verzichtet hat, das interessanteste Feature dieses Films mit anzubieten. Denn sowohl die amerikanische als auch die englische Code 2-DVD haben neben der Cinemascope-Fassung auch noch eine Fassung im 4:3-Format. Bei "Das große Krabbeln" sind sowohl die Widescreen- als auch die 4:3 - Fassung vollkommen gleichwertig. Die Vollbild-Fassung wurde nicht dem radikalen Pan & Scan-Prozess unterzogen, sondern hat ein vollwertiges 4:3-Bild. Hierfür wurde im Computer für diese Fassung die gesamte Bildkomposition auf 4:3 angepasst, so das höchstens unwichtige Bereiche des Bildes verloren gehen.

Offensichtlich hätte die hohe Bilddatenrate von beinahe konstant 8-9 Mbps nicht gehalten werden können, wenn auch noch eine weitere Bildfassung auf die DVD hätte passen sollen, da auf der DVD neben dem deutschen und englischen Ton auch noch eine spanische, dänische und norwegische Sprachfassung untergebracht werden sollten.

 

 Ton  

"Das große Krabbeln" bietet einen sehr sauber abgemischten Surround-Mix mit viel Atmosphäre, der auch dem Subwoofer an einigen Stellen Druck macht. Der Sound ist natürlich nicht ganz so dick aufgetragen wie in zeitgemäßen Action-Filmen. Dank einer sauberen Synchronisierung sind ebenso die Dialoge sehr klar verständlich.

 

Special Features  

Der normalerweise mit Extras ziemlich herumgeizende Buena Vista-Konzern zeigte sich gegenüber Pixar gnädig und ließ auf dieser DVD sogar einige Extras zu, die der DVD schon fast den Charakter einer "Special Edition" verleihen. Diese sind auf der Code 2 - DVD im gleichen Umfang wie auf der US-Version enthalten.

Bereits der Abspann hat eine kleine Überraschung parat: Wer wie ich gerne dazu neigt, diesen einfach zu überspringen, sollte zumindest bei Das große Krabbeln den Finger von der Stop-Taste lassen. Denn ganz im Stile klassischer Spielfilme bekommt man man während des Abspanns das zu sehen, was normalerweise herausgeschnittene Versprecher wären, nur das eben dies bei einem vollanimierten Film streng genommen natürlich nicht möglich ist. Als Bonus-Feature kann man diesen Abspann und eine zweite Version mit anderen Szenen über das Menü aufrufen.

Weiterhin ist auf der DVD auch der 1997 mit dem Oscar prämierte Pixar-Kurzfilm "Geris Game" zu sehen, in dem ein Rentner gegen sich selbst Schach spielt und dabei auch noch schummelt. Obwohl auch dieser Film bereits eine phantastische Bildqualität hat, ist es dennoch verblüffend, welche enormen Fortschritte in der Computertechnik zwischenzeitlich noch gemacht wurden und in Das große Krabbeln eingeflossen sind.

Das Beste: Neben dem eigentlichen Film ist auch das gesamte Bonus-Material auf der Code 2 - DVD für die 16:9-Darstellung optimiert worden. Nur ein kleiner Patzer, der bei Buena Vista schon fast zur Regel gehört, ist bei der Produktion unterlaufen: Obwohl die Menüs selbst auch in anamorpher Form gespeichert sind, fehlt das erforderliche Signal, welches bei 16:9-Fernsehern die automatische Umschaltung aktiviert.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Yamaha DVD-S795
Dolby Digital / DTS - Receiver Sony STR-DA 50 ES

14.11.1999

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